Drittes Königreich

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Barnstorvia (amtl.: Königreich Barnstorvia, barnst.: Royaume de Barnstorvie) ist eine föderal organisierte parlamentarische Monarchie in Ostantica. Es grenzt an Nedersassonien, die Hollunderlande, Ratelon und Leduveia und wird im Osten vom Galvatischen Ozean begrenzt. Zum barnstorvischen Staatsgebiet gehören die Kolonien Barnstorvisch-Westnerica, die Insel Saint Médard und Nguyen.

Das Königreich Barnstorvia ist eine traditionsverbundene, dennoch moderne Nation. In seinen Regionen herrscht eine große landschaftliche Vielfalt: der landwirtschaftliche Süden, der industrielle Norden, der gebirgige Westen, die endlosen Küsten des Ostens, und jenseits dieser die exotischen Besitzungen des barnstorvischen Reiches auf der anderen Seite des Ozeans. Sie alle haben das barnstorvische Volk geprägt, ihm sein Antlitz gegeben. Die beiden Klammern jedoch, die über die Jahrhunderte die verschiedensten Menschenschläge zusammengehalten haben, sind der katholische Glaube und die Loyalität zur Krone.

Royaume de Barnstorvie
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Wahlspruch: honni soit qui mal y pense
Amtssprache Barnstorvisch
Hauptstadt Brissac
Staatsform Monarchie
Gliederung Mutterland und 3 Kolonien
Staatsoberhaupt Königin Joséphine
Regierungschef
 Reichskanzler
Armand Brideau
Fläche ... km²
Bevölkerung
  Einwohnerzahl
  Dichte

viele
... EW/km²
Währung 1 Livre = 100 Sous
Nationalhymne folgt
Nationalfeiertag 14. Juli
Website www.barnstorvia.de
Forum www.barnstorvia.org
Das Mutterland und die Kolonien
Barnstorvia
Nérique occidentale barnstorvienne
L'Île de Saint-Médard
Protectorat de la Principauté de Nguyen


Geschichte

Von 1940 bis zur Gegenwart

Die jüngere Geschichte des Königreiches war sehr bewegt. Sie setzt ein mit dem Ende des Weltkrieges im Jahre 1940. Die Kräfte des Landes hatten sich in diesem erschöpft und die allgemeine Reformunwilligkeit, die die Regierung des Königs Louis XX. an den Tag legte, belastete das in seinen Strukturen ohnehin brüchige Land umso mehr. Die großen Verluste im Krieg hatten das Vertrauen des Volkes in den König erschüttert, ein Vertrauen, das noch brüchiger wurde, als das Königreich im Juni 1942 aufgrund der enormen Kriegskosten den Staatsbankrott erklären musste. Die Folge war ein Börsencrash solchen Ausmaßes, dass die Regierung die barnstorvische Börse Mitte Juli schloss; sie wurde bis heute nicht wiedereröffnet. Der Zusammenbruch der Börse führte zu einer Bankrottwelle von Unternehmen wie Privatleuten im ganzen Lande, die einen Großteil ihres Vermögens verloren hatten, da sie dieses während der Kriegszeit in königliche Staatsanleihen zur Finanzierung des Krieges investiert hatten. Bald schon setzt neben einem beträchtlichen Devisenabfluss ins Ausland und einer erheblichen Massenarbeitslosigkeit auch ein allgemeiner Mangel ein, zunächst nur an höherwertigen Gütern, schließlich aber auch zunehmend an den elementarsten Notwendigkeiten. Als im Winter 1942/43 schließlich eine Hungersnot drohte, entlud sich der Unmut des Volkes in landesweiten Protestkundgebungen gegen den König und seine Alleinherrschaft. Louis XX., ein überzeugter Absolutist, hatte mithilfe des Militärs und der verfassungsrechtlichen Möglichkeit königlicher Notverordnungen seit seiner Thronbesteigung 1927 ohne die seit den Zeiten der Ersten Republik bestehende Assemblée Royale regiert. Im Angesicht der Krise ergriffen die Deputés jedoch ihre Chance diese Situation wieder zu ihren Gunsten zu ändern, und schlossen sich in einer Resolution den lauter werdenden Forderungen nach einer Abdankung des Königs zugunsten seines Bruders Charles an.

Louis XX. reagierte prompt. In einer beispiellosen Aktionen stürmte der König persönlich an der Spitze einer Division der Königlichen Streitkräfte eine vollbesetzte Sitzung der Assemblée und ließ ein entsetzliches Blutbad unter den Deputés anrichten. Seinen eigenen Bruder ließ er einsperren und wenige Monate später wegen Hochverrats hinrichten. Anschließend überzog er das Land mit einer militärischen Terrorkampagne, wie sie nur noch an die Zeiten der Barnstorvischen Revolution erinnerte. Tausende vermeintlich oder tatsächlich königsfeindliche Barnstorven wurden festgenommen und hingerichtet. Mit derartigen Verzweiflungstaten glaubte der König die Krise aussitzen zu können.Je mehr sich der König jedoch auf die Macht des Militärs stützte, desto unsicherer wurde seine Herrschaft, denn die Militärführung stellte Forderungen nach einer besseren Besoldung der Truppen und versuchte, einen stärkeren Einfluss auf die Politik des Königs zu gewinnen. Um die prekäre Lage des Staatshaushaltes zu erleichtern, der nicht nur durch die Soldforderungen der Streitkräfte, sondern auch durch seinen eigenen Lebenswandel und die Privilegien derjenigen Adligen, die treu zu ihm hielten, beträchtlich belastet wurde, entschloss sich der König zur Enteignung derjenigen Bürger, die sich zu seiner Regierung ablehnend verhielten. Bald jedoch führte der enorme Finanzbedarf der Krone dazu, dass grundsätzlich niemand mehr sicher war vor den Enteignungsmaßnahmen des Staates, es sei denn er befand sich in einer für den König wichtigen oder angesehenen Position. Dies traf in der Regel jedoch nur auf den Adel und die Geistlichkeit zu, die aufgrund ihres Verschontwerdens denn auch bald den wachsenden Hass der Bevölkerung auf sich zogen.

Im Frühjahr 1944 hatte sich die ökonomische Lage des Königreiches dramatisch zugespitzt und der König konnte trotz massiver Enteignungen die Soldzahlungen an das Militär nicht mehr in vollem Umfang leisten. Bald schon sah sich die Militärführung zum Handeln gezwungen, da unzufriedene Soldaten zu desertieren und zu plündern begangen und einige Landstriche bereits in Anarchie und Bürgerkrieg verfielen. Am Morgen des 11. März 1944 stürmte eine Militäreinheit die Schlafgemächer des Königs und verhaftete Louis XX., der gerade dabei war ein üppiges mehrgängiges Frühstück zu sich zu nehmen, noch im Nachthemde. Ebenso erging es den übrigen Mitgliedern der königlichen Familie. Noch am Abend desselben Tages wurde "la Deuxième République de Barnstorvie" proklamiert. Der neue Staatspräsident General Eugène Doriot versprach dem Volk in einer Fernsehanprache ein Ende des Terrors und eine Besserung der ökonomisch miserablen Lage des Landes. Er appellierte an die Ideale der Ersten Republik. Um sich die Sympathie der Menschen zu sichern, ordete er die Enteignung und Verhaftung des Adels an. Nur wenige Familien konnten das Land rechtzeitig verlassen, bevor das Militär ihrer habhaft werden konnte. Den meisten blühte ein ähnliches Schicksal wie auch der königlichen Familie: Ihnen wurde ein Schauprozess wegen "Verrats an Volk und Vaterland" gemacht; anschließend fanden sie, auch dies eine bewusste Reminiszenz an die Erste Republik, den Tod durch die Guilloutine. Somit endete zugleich mit der Regentschaft des Hauses Poissy auch die Monarchie in Barnstorvia. Das Militärregime stabilisierte sich zunächst, auch dank eines geschickt etablierten Spitzelsystems und eines gewissen wirtschaftlichen Aufschwunges, der ab Ende der 40er eintrat und in dessen Folge die Sozialsysteme erneuert werden konnten. Das Land blieb aussenpolitisch jedoch weitgehend isoliert, da man zum einen in den anderen Königreichen des Kontinentes erschrocken war über die Weise, wie der neue Staat mit dem Adel verfahren war, wenngleich man das Verhalten des Königs ebenso wenig gebilligt hatte, und da zum anderen die besonders katholischen Länder im Süden des Kontinentes die strikt laizistische und antiklerikale Linie des Regimes ablehnten.

In einem dieser Länder, Colonea, hatte auch eine Seitenlinie der nunmehr ausgelöschten Königsfamilie, das Haus Moreau, ein Exil gefunden, von dem aus man bemüht war Kontakte zu verbliebenen oppositionellen Gruppen im Lande zu halten und gegen die neue Republik anzukämpfen. Aufgrund der schlechten Erinnerungen, die die Barnstorven nach an die Endzeit der Monarchie hatten, erwies sich dies jedoch als ein recht hoffnungsloses Unterfangen. Die neuen Machthaber saßen fest im Sattel und erreichten von Anfang der 70er bis Mitte der 80er Jahre den Höhepunkt ihrer Macht und Akzeptanz beim Volk. Als schließlich 1977 und 1981 die beiden letzten männlichen Vertreter des Hauses Moreau starben, schien das Schicksal der Monarchie endgültig besiegelt. Die neue Dauphine, Prinzessin Madleine Moreau, konnte aufgrund einer Krankheit selbst keine Kinder bekommen; ein Risiko, das auch bei ihrer noch minderjährigen Nichte Prinzessin Joséphine bestehen mochte. Nichtsdestotrotz führte Madeleine Moreau den Kampf um die Krone fort. Mit der Zeit gelang es ihr, ein Netzwerk von Oppositionellen zu schaffen, die ihrem monarchistischen Ansinnen zunehmend aufgeschlossen gegenüberstanden, da die Militärregierung in ihrer Selbstgefälligkeit inzwischen stark korrumpiert war und das Land in eine schleichende Krise abzurutschen drohte.

Ende der 90er hatte der Staatsapparat die Gesellschaft schließlich derart durchwuchert und die Korruption ein derartiges Ausmaß erreicht, dass sich das Land in einer schweren Wirtschaftskrise befand. Auch in den Kolonien drohten aufgrund der Trägheit des Regimes die Zügel zu entgleiten, was in den Zentralen der einflussreichen Großunternehmen, die in diesen Gebieten operierten, für Unbehagen sorgte. Die Lage war günstig und die unruhestiftenden Aktivitäten der Opposition nahmen in dieser Zeit besonders zu. Als schließlich einflussreiche Kreise zunächst der ökonomischen, schließlich auch der administrativen und militärischen Elite in das Lager der Monarchisten wechselte, war die Stunde Madleine Moreaus gekommen.n einer sorgfältig vorbereiteten landesweiten Erhebung unter Federführung Albert van Dunkelhavens, eines Angehörigen der hulländischen Minderheit und engen Vertrauten der Dauphine in der Oppositionsbewegung, wurden am 18. April 2002 strategisch und administrativ wichtige Positionen in den größeren Städten des Landes besetzt. Für vier Tage trat eine spannungsgeladene Stille im ganzen Land ein. Kaum jemand traute sich noch auf die Straße, da niemand wusste, wann Opposition und Regime gewaltsam aneinandergeraten würden. Unterdessen liefen im Hauptquartier der Opposition die Drähte heiß, während Albert van Dunkelhaven seine sämtlichen Beziehungen spielen ließ, um die Lage unter Kontrolle zu behalten und der Regierung, die ähnliches versuchte, einen Schritt voraus zu sein. Nachdem sich schließlich ein beträchtlicher Teil der Streitkräfte mit der Opposition für solidarisch erklärt hatten und in geheimen Unterhandlung zwischen der Opposition und dem Regime der Staatsführung Straffreiheit und Exil zugesichert worden waren, erklärte Staatspräsident Edouard Deschanel am Nachmittag des 22. April seinen Rücktritt und übergab die Macht an die Opposition. Noch am Abend desselben Tages proklamierte Albert van Dunkelhaven in der Hauptstadt Brissac die Restauration des Königreiches und rief die Dauphine aus dem Exil zurück.

Kaum in der Hauptstadt angekommen erhob man Prinzessin Madeleine zur Regentin des wiederhergestellten Königreiches. Aus eiligst organisierten Wahlen ging schließlich eine Verfassungsgebende Nationalversammlung unter Leitung Albert van Dunkelhavens hervor, die sich bis Ende Mai auf eine neue Verfassung für das Reich geeinigt hatte, die gegenüber der vorherigen königlichen Verfassung wesentliche Modifikationen vorsah. Nach kurzer Verzögerung wurde die Dauphine schlussendlich dem alten Brauch gemäß durch den Erzbischof Louis Cardinale de Tolincourt in der Kathedrale von Fontainrouge zur Königin gekrönt. Mit der Thronbesteigung von Madeleine II. und der Begründung der neuen Dynastie des Hauses Moreau hatte die Monarchie nach 58 Jahren wieder Einzug gehalten.

Bevölkerung

Die barnstorvische Gesellschaft setzt sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Volksgruppen zusammen, die ihre jeweiligen Eigenheiten pflegen und nicht immer gut aufeinander zu sprechen sind. Neben kleineren Populationen von Nedersassonen und Hulländern an der Nordgrenze des Landes, gibt es auf dem Gebiet des Mutterlandes vor allem fünf größere Gruppierungen.

Barnstorven / les Barnstorvais

Die Barnstorven bilden die überwiegende Bevölkerungsmehrheit des Königreiches. Sie sind ein tiefkatholisches Volk, dem es aber dennoch nicht an einer sprudelnden Lebenslust mangelt. Diese leben sie aus, indem sie das Leben, soweit ihre Religion ihnen das gestattet, in vollen Zügen genießen. Entsprechend wissen Sie vielerlei Genüsse zu schätzen, von gutem Essen, Spirituosen und Tabakwaren bis hin zu edler Kleidung und gehaltvollen Düften. Das Ausland hat für diese besondere Lebensart der Barnstorven nicht ganz zu Unrecht den Begriff des "savoir vivre" geprägt, den die Barnstorven, stolz wie sie sind, übernommen und spöttisch abgewandelt haben, so dass sie ihn vor allem auf die richtigen Tischmanieren beziehen, die ihres Erachtens den meisten anderen Völkern abgehen ...

Zauchen / les Zauchs

Die Zauchen sind mit etwa 3,1 Mio Angehörigen die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe; sie leben im Nordwesten des Landes in einem Gebiet, das auf barnstorvisch als Zauché-Belzique bekannt ist. Dieses Gebiet war aufgrund seines Reichtums an Kohle und Erzvorkommen in der Geschichte oftmals ein Zankapfel zwischen Barnstorvia und den ratelonischen Staaten, insbesondere Imperia. Das Zentrum der Region bildet die zauchische Stadt Sodstett. Insgesamt leben etwas mehr als eine halbe Million Zauchen in den größeren Städten der Region, die auch weitgehend barnstorvisiert sind, so dass der zauchische Dialekt nur noch von der älteren Generation beherrscht wird. Anders sieht es aus in den Kleinstädten und auf dem Land, wo das Zauchische nach wie vor Umgangssprache ist und die Menschen sich ihrer ratelonischen Identität stärker bewusst sind, so dass das Gebiet von ihnen selbst auch "Zauche-Belsig" genannt wird. Politisch teilt sich die Bevölkerung in drei Fraktionen auf: Zum einen die Loyalisten, die ein starkes Band zur barnstorvischen Krone und Kultur erhalten wollen, dann die Nationalisten, die sehr auf den Erhalt ihrer zauchischen Kultur pochen und eine größere Autonomie der Region befürworten, und schließlich die Ratelonisten, die entweder die völlige Eigenständigkeit oder einen Anschluss an Ratelon fordern. Barnstorven selbst betrachten die Zauchen eher mit Geringschätzung, so dass "les Zauchs" mit der Zeit zu einem Schimpfwort für die Rateloner im Allgemeinen geworden ist.

Euskaden / les Euscades

Die Euskaden sind ein recht eigener Volksstamm, der ein geschlossenes Gebiet im Herzen Anticas bewohnt, Euskadien bzw die Euscadie genannt, das sich über die Grenzen mehrerer Länder Südanticas hinweg erstreckt. Nennenswerte Populationen an Euskaden gibt es insbesondere in Colonea, Leduveia und Barnstorvia, wobei im Südwesten des letzteren Landes etwa 600.000 Angehörige dieses Volksstammes leben. Die Beziehungen zwischen den Euskaden und dem barnstorvischen Staat waren stets ambivalent und nicht selten konfliktreich, und so sind die Euskaden auch heute noch in vielerlei Hinsicht keine einheitliche Gruppe. Während ein Drittel der Bevölkerung kulturell stark barnstorvisch geprägt ist und auch den euskadischen Dialekt nicht mehr spricht, gibt es andere Gruppen, die stärker paneuskadisch orientiert sind und entweder gerne eine Euskadie hätten, die von allen Ländern, in denen Euskaden derzeit leben, unabhängig ist, oder aber kulturell priviligierte, autonome euskadische Regionen in den betreffenden Ländern.

Nericaner / les Nericains

Eine ganz besondere der Volksgruppen, die sich auf dem Boden des Mutterlands antreffen lassen, besteht aus nericanischen Einwanderern und deren Kindern, die ihre Wurzeln in Barnstorvisch-Westnerica haben. Es handelt sich um eine kleine Gruppe von nur etwa 500.000 Personen; eine Zahl die für gewöhnlich über das Jahr hin aufgrund des Zu- und Abstroms von Saisonarbeitern schwankt. Bei den meisten handelt es sich um einfache, soziale schwache Arbeiterfamilien, die in Satellitenstädten der Metropolen des Landes leben, vor allem um Brissac herum. Einen gewissen Anteil an der nericanischen Bevölkerung bilden auch Söhne und Töchter der kleinen westnericanischen Oberschicht, die durch ihre Kooperation mit der barnstorvischen Kolonialverwaltung aufgestiegen ist und ihre Kinder vorübergehend zum Studium ins Mutterland schickt. In wenigen Ausnahmefällen finden sich Nericaner allerdings auch in gesellschaftlich höhergestellten Positionen, wie in der Unterhaltungsindustrie, der Wirtschaft oder an höheren Lehranstalten.

Artesiner / les Artaisiens

Die kleinste der größeren Volksgruppen im Mutterland sind mit etwa 230.000 Angehörigen die Artesiner. Dieses stolze, fast starrköpfige Volk lebt auf einer kleinen Insel, der Île de l'Artaise, vor der südlichen Küste des Königreiches. Die Artesiner sind stark auf ihre kulturelle Eigenständigkeit bedacht, so dass sich erst mit dem Aufblühen des Tourismus auf ihrer Insel das Barnstorvische über die Amtsstuben hinaus auszubreiten begonnen hat. Obschon sie ihre politische Unabhängigkeit vor langer Zeit verloren haben, brüsten sich die Artesiner besonders damit, ein militärisch unbezwungenes Volk zu sein. Nach dem Zusammenbruch des Aranischen Reiches im sechsten Jahrhundert nach Christi Geburt war die Insel von verschiedenen Fürstengeschlechtern regiert worden, die ihre Abstammung letztendlich auf Artisus, einen beinahe mythologisch zu nennenden Sohn eines der letzten aranischen Kaiser, zurückführten. Es war diesen Fürsten stets gelungen durch eine kluge Politik des devide et impera die Eigenständigkeit ihrer Insel zu wahren und sämtliche Invasionsversuche, die sowohl von Seiten Barnstorvias als auch von Seiten Coloneas aufgrund der strategisch günstigen Lage der Insel unternommen worden waren, erfolgreich zurückzuschlagen. Erst im 12. Jahrhundert fiel die Insel durch eine Heirat zwischen der letzten Artesinerfürstin Adèle und dem barnstorvischen Dauphin Louis an das Königreich Barnstorvia. Die Hand der Fürstin war jedoch derart begehrt, dass Louis seinen Anspruch darauf zunächst erfolgreich im colonesisch-barnstorvischen Hochzeitskrieg durchsetzen musste; die Insel blieb bis in die jüngste Verangenheit ein Zankapfel zwischen beiden Ländern. Die emotionale Verbundenheit zwischen Barnstorven und Artesinern hat sich über die Jahrhunderte jedoch um einiges gelockert, und nicht zuletzt das 19. Jahrhundert war eine Zeit großer Separationsbestrebungen, die erst durch rigorose polizeiliche und militärische Maßnahmen unter der Zweiten Republik ihr vorläufiges Ende gefunden haben.

Sprachen

Demografie

Geografie und Klima

Kultur und Sport

Barnstorvische Küche

Feiertage

Politik

Legislative

Exekutive

Judikative

Parteien

Wirtschaft

Barnstorvia ist ein Land im wirtschaftlichen Umbruch. Insbesondere in den letzten Jahren der Diktatur ist das Land einer schleichenden Verarmung unterworfen gewesen, während die Wirtschaftsstrukturen, die sich ohnehin nie gänzlich von der großen Krise der 1940er erholen konnten, zunehmend verkrusteten und veralteten. Es ist also kein Wunder, dass der Sturz der Diktatur und die Reetablierung der Monarchie in den letzten Jahren einiges aus dem Gefüge gebracht hat. So gingen viele der alten, nunmehr privatisierten Staatsbetriebe in den Bankrott, während an anderen Stellen neue Wirtschaftszweige entstanden. Diese Umbruchphase ist noch lange nicht abgeschlossen, wie auch das wirtschaftliche Wachstumspotential des Landes lange nicht ausgeschöpft ist. Auch wenn die Entwicklungen der Gesellschaft als Ganzer einen Zugewinn an Wohlstand gebracht haben, sind damit auch Probleme verbunden. So liegt die Arbeitslosigkeit noch immer bei 14,7%, während die Inflation zwischenzeitlich einen Höchststand von 4,1% pro Jahr erreicht. Die Dynamisierung des Wirtschaftsgefüges hat zu einer weiteren Verarmung in Teilen der Bevölkerung geführt, die von dem Aufschwung in anderen Bereichen noch nicht profitieren konnte; sie hat jedoch auch eine neue Klasse des aufstrebenden Bürgertums geschaffen, dass selbstbewusst seine Werte und ökonomisch-politischen Interessen vertritt.

Die barnstorvische Wirtschaft ruht heutzutage vornehmlich auf drei Pfeilern.

Landwirtschaft & Tourismus

Der Bauernstand hat im ökonomischen Leben des Königeiches stets eine große Rolle gespielt. Während die weiten Kornkammern im Nordwesten des Landes damals wie heute eine gewisse Autarkie in Bezug auf die Grundnahrungsmittel gewährleisten, hat sich im Süden des Landes über die Jahrhunderte eine der hervorragendsten Weinkulturen der Welt entwickelt. Barnstorvische Weine, Schnäpse und insbesondere auch Schaumweine sind auf der gesamten Welt sehr begehrt, und werden auch im Lande gerne getrunken. Doch auch unvergoren sind die prallen, saftigen Weintrauben ein beliebter Exportartikel. Seit Ende der Diktatur hat sich mit überraschender Geschwindigkeit ein reger Tourismus entwickelt. Neben den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt, den weiten Badestränden, und den romantischen Lavendelfeldern Südbarnstorvias, zieht auch das Städtchen Cote Megot an der Südküste die reicheren Landesbesucher an. Es verwundert nicht, dass die Stadt eine berüchtigte Hochburg des Glücksspiels ist. Damit wird sie dem Ruf gerecht, der ihr seit den 1920ern anhaftet, als der Marquis de Megot sein armes, abgelegenes Städtchen binnen weniger Jahre in ein weltweit bekanntes Casinoparadies verwandelte, das nicht nur den Weltkrieg, sondern auch die Krisen der Nachkriegszeit und der Diktatur überstand, um nun einer neuen Glanzzeit entgegen zu blicken. Tourismus und Landwirtschaft sind in den letzten Jahren zunehmend eine Symbiose eingegangen, so dass sich die Bauern zunehmend auf die Herstellung hochwertiger, auch für den Export geeigneter Artikel verlegt haben. Hier profitiert das Land wirtschaftlich insbesondere von den alten Traditionen in der Käsereikunst, die eine vielzahl schmackhafter Käsesorten hervorgebracht haben. Spötter kritisieren zwar das zeitweilen etwas strenge Aroma einiger Käsesorten, doch sind gerade die besonders geruchsintensiven fromages puants auch die geschmacklich ausgereiftesten. Der größte Teil der Rezepte wird von den Käsemanufakturen sorgsam in ihren Kellern gehütet. Eines bei Touristen eher berüchtigten denn berühmten Rufes erfreut sich jedoch eine bei den Einheimischen sehr beliebte Delikatesse: Der Froschschenkel. Sein Genuss als Notspeise für arme Leute ist seit dem 11. Jahrhundert überliefert. Während er zur Zeit der Renaissance als eine Sitte des finsteren Mittelalters verpönt war, hat die Haute Cuisine des 19. Jahrhunderts ihn wiederentdeckt. Heute existieren Froschschenkelgerichte in zahlreichen Variationen.

Industrie

Das barnstorvische Mutterland ist eher arm an Rohstoffen, sieht man einmal von reichen Kohle- und Erzvorkommen in der Region Zauché-Belzique ab. Dennoch hat sich insbesondere dank der Erfindungen guter Köpfe, sowohl was Produkte als auch Optimierungen von Produktionsmethoden angeht, seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine florierende Industrie in den Bereichen Chemie, Maschinenbau und Eisen- und Stahlerzeugung entwickelt, die sich über lange Zeit auch im Wettbewerb mit starken Konkurrenten aus Ratelon und Albernia behaupten konnte. Die Industrie war einer der wirtschaftlichen Hauptstützpfeiler der Zweiten Republik und während dieser Zeit weitgehend verstaatlicht. Dies führte zur Veraltung vieler Werke, weshalb barnstorvische Industrieunternehmen nach der erneuten Privatisierung heute nur noch bedingt auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind. Dies hat zu einem Niedergang der traditionellen barnstorvischen Industrie geführt und den Bankrott zahlreicher Traditionsunternehmen verursacht. Für Lichtblicke sorgt lediglich die Chemische Industrie, die ihren Abwärtstrend auf dem Weltmarkt durch Auswertung des Ölgeschäftes stoppen konnte, sowie ein kleiner, aber noch unbedeutender, Informations- und Biotechnologiesektor. Ein großer Arbeitgeber nach wie vor ist jedoch die Rüstungsindustrie, die vom erhöhten Bedarf der sich in Modernisierung befindlichen Streitkräfte profitiert.

Handel, Dienstleistungen & Luxus

Die barnstorvische Wirtschaft wird in vielen Bereichen durch einen regen internationalen Handel ergänzt und gestärkt. Neben einem Export qualitativ hochwertiger Konsum- und Luxusgüter spielt hier vor allem der Handel mit den Kolonien eine große Rolle. Diese versorgen den barnstorvischen Markt nicht nur günstig mit Rohstoffen und allerlei exotischen Waren wie Tee, Gewürzen, diversen Obstsorten und Gehölzen, sondern dienen auch als ein Absatzmarkt für barnstorvische Fertigwaren und Industrieprodukte. Besonders nennenswert ist hier seit jeher der Handel mit den Ländern des renzianischen Kontinentes, der aufgrund staatlichen Privilegs durch die Compagnie de Commerce rénsienne monopolisiert ist. Es überrascht daher nicht, dass diese Handelsgesellschaft eine der größten und reichsten Unternehmungen im ganzen Land ist und mit ihren ökonomischen Interessen auch einen nicht zu leugnenden Impakt auf die Politik hat. Stark verflochten mit der gesamten Wirtschaft, aber vor allem auch mit dem Handel, ist natürlicherweise das barnstorvische Bankwesen, das als Financier und Anteilseigner etlicher Unternehmungen geschäftstüchtiger Entrepreneure im In- und Ausland auftritt. Die Geschichte des Königreiches hat besonders während des 19. Jahrhunderts eine ganze Reihe ehrwürdiger Finanzhäuser und -familien hervorgebracht, die teilweise auch heute noch erfolgreich im Geschäft sind. Die repräsentative Krone der barnstorvischen Wirtschaft, die auch im Ausland am stärksten wahrgenommen wird, ist jedoch die Luxus- und Lifestyleindustrie. Diese vor allem in der Metropole Brissac ansässige Branche kann auf eine lange Tradition zurückblicken und hatte ihren ersten großen Höhepunkt in den 1920ern erreicht. Damals beherrschte die elegante barnstorvische Mode die beliebten Kurorte der Bessergestellten auf der ganzen Welt. Aber auch zur Zeit der Republik florierte das Mode- und Trendwesen relativ ungestört, trotz eines geschmälerten Geldbeutels der Kundschaft, denn gepflegtes Auftreten durch schöne Kleidung und Kosmetik gehören zu einem Grundbedürfnis des barnstorvischen Volkes. In den Zeiten des neuerlichen Wirtschaftsaufschwunges jedoch werden auch die Kreationen mit den wachsenden Geldbeuteln immer extravaganter, zumal in den vergangenen Jahren auch Einflüsse der traditionellen Trachten der verschiedenen Volksgruppen und sogar der Kleidungsweisen der Kolonien zunehmend im Trend lagen. An die großen Modehäuser angeschlossen ist natürlich auch die beliebte Parfumindustrie, die einige unsterbliche Düfte hervorgebracht hat. Diese haben sich die Herzen und Nasen nicht nur der Barnstorven, sondern der gesamten zivilisierten Welt erobert, und den wahren Ruhm des barnstorvischen savoir vivre begründet.

Verkehr

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